Lehim Curufu | Recycling von Lötzinnkrätze und Lötabfällen
Bei der industriellen Bestückung von Leiterplatten (PCB) sowie in Wellenlöt- und Reflow-Lötprozessen der Elektro- und Elektronikindustrie entstehen kontinuierlich metallische Rückstände an der Badoberfläche. Das im Jahr 2007 gegründete Unternehmen Lehim Curufu hat sich als einer der ersten Fachbetriebe auf den Ankauf, die Aufbereitung und das Recycling von bleihaltiger und bleifreier Lötkrätze (Lötzinnkrätze) spezialisiert. Das Unternehmen bietet metallverarbeitenden Betrieben in der gesamten Türkei eine fachgerechte Verwertungslösung für diese metallischen Produktionsabfälle.
Aufgrund technologischer und regulatorischer Standards unterteilen sich die verarbeiteten Lötmittelreste in verschiedene Legierungsklassen, die vor der weiteren metallurgischen Verwertung systematisch erfasst werden:
• Bleihaltige Lötkrätze: Metallische Rückstände, die zumeist aus einer Legierung von ca. vierzig Prozent Blei und sechzig Prozent Zinn (40% Pb – 60% Sn) bestehen.
• Bleifreie Lötkrätze: RoHS-konforme Krätze ohne Bleianteil, die Zinnreinheitsgrade von bis zu 99,99 % Sn aufweist und auch als Zinnkrätze gehandelt wird.
• Lötdrahtabfälle und flüssige Krätzereste: Überschüssige Lötdrahtreste, verunreinigte Zinnpasten und flüssig abgeschöpfte Zinn-Blei-Bestandteile aus Fertigungsstätten.
Die quantitative und qualitative Zusammensetzung der angelieferten Metalle wird mittels moderner Röntgenfluoreszenzanalyse (RFA / XRF) sekundenschnell ermittelt. Diese zerstörungsfreie Materialprüfung gewährleistet eine exakte Bestimmung der Legierungselemente. Die Vergütung erfolgt transparent auf Basis der tagesaktuellen Notierungen der London Metal Exchange (LME) unter Berücksichtigung der Devisenkurse. Direkt nach Abschluss der Typenbestimmung wird der Gegenwert per Barzahlung, Überweisung oder Soforttransfer beglichen.
Im betrieblichen Entsorgungsmanagement lassen sich diese Reststoffe je nach Fertigungsprozess als ungefährlicher Abfall deklarieren. Betriebe können den Ausbuchungsvorgang über das non-ferro-metallurgische Abfallverzeichnis unter dem Abfallschlüssel „10 08 09 – Andere Schlacken und Krätzen“ abwickeln. Um die Anforderungen von Schmelzwerken und Gießereien lückenlos zu erfüllen, durchlaufen sämtliche Sekundärrohstoffe bei Lehim Curufu strenge chemische Klassifizierungen sowie routinemäßige Strahlungskontrollen.
Die logistische Abwicklung erfolgt ohne Mindestmengenbeschränkung. Je nach Abfallaufkommen stellt das Unternehmen firmeneigene Spezialtransporter bereit oder organisiert die Abholung über Speditionspartner im gesamten türkischen Bundesgebiet. Die logistische Präsenz stützt sich auf vier zentrale Lagerstützpunkte:
• Istanbul europäische Seite: Lager Bagcilar
• Istanbul asiatische Seite: Lager Umraniye
• Kocaeli: Lager Gebze
• Ankara: Logistiklager Kahramankazan
Das Unternehmen führt rund fünfundneunzig Prozent (95 %) der aufbereiteten Sekundärrohstoffe dem internationalen Markt über den Export zu. Durch die Rückführung von Zinn- und Bleilegierungen in den weltweiten Wertstoffkreislauf wird der Abbau von Primärerzen gedrosselt, das Deponieaufkommen aus der Elektronikfertigung minimiert und ein wirtschaftlicher Mehrwert für produzierende Industrieunternehmen geschaffen.
recyclingschrott